Jahresbericht des Musikalischen Leiters 2015
In seinem modernen Märchen „Himmel und Hölle“ erzählt Heinz Körner von einem jungen Mann, der die Gelegenheit hat, den Himmel und die Hölle zu besuchen. In der Hölle sind bei den Menschen die Arme so fixiert, dass sie die Ellbogen nicht abknicken können. Dummerweise ist ihre Speise aber eine Suppe, die sie aus grossen Töpfen mit langen Löffeln herausnehmen sollten. Verzweifelt versuchen sie, dies zu bewerkstelligen, sind sich dabei im Weg, rempeln sich an und bleiben doch hungrig. Als der junge Mann in den Himmel kommt, ist er entsetzt, als dort die Situation die gleiche scheint. Dann entdeckt er den entscheidenden Unterschied: Im Himmel füttern sich die Leute gegenseitig.
Gemeinsam geht es also leichter, nein, es geht oft nur gemeinsam. Wenn Menschen mit Freude, mit Liebe zusammen etwas angehen, dann ist das ein Stück Himmel. Das gilt natürlich für weniges so stark wie für das Singen, hier muss man GEMEINSAM anfangen und aufhören, GEMEINSAM intonieren und artikulieren, den GLEICHEN Ton treffen.
Aber Gemeinsamkeit kann auch die Zusammenarbeit mit anderen bedeuten, was ja dieses Jahr der Fall war, und so möchte ich 2015 als „Jahr der Gemeinsamkeit“ titulieren.
(Ich rede bewusst nicht von dem von der Grossindustrie völlig verbrauchten und karikierten Begriff TEAM.)
2015 war das erste Jahr mit einer neuen Pfarreileitung, und ich muss von meiner Seite aus sagen, dass wir zu einer guten
Zusammenarbeit gefunden haben. Daniel, dir vielen Dank für deine Kooperation, dein Zuhören, deine Ideen, für die Zusammenarbeit.
Wichtig waren natürlich die beiden grossen Kooperationen mit anderen Ensembles.
Am 14.3. durften wir zusammen mit dem Cäcilienchor Aesch (Leitung David Rossel), begleitet von Birgit Tittel an der Orgel und Streichern, den Passionsgesang und das Stabat Mater während des Kirchenklangfestes CANTARS aufführen. Ein Probentag und eine Zusatzprobe halfen uns dazu. Es gelang gut, obwohl man ein wenig zu knapp dran war. Nach dem Auftritt fungierten wir noch als Probechor für einen Dirigierworkshop. Unsere anfängliche Skepsis verschwand, als wir merkten, wie launig und heiter der Leiter Raphael Immoos die Sache anging.
Die zweite Kooperation war unser Adventskonzert mit der Musikgesellschaft Concordia Allschwil und dem Musikverein Schönenbuch. Hier brauchte es einiges an Überlegungen, ausprobieren, aushören, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Die Crux ist ja, dass Profisänger laut singen können und Profibläser sehr leise, bei manchen Laien ist es eher umgekehrt. So könnte es passieren, dass man von den Sängern nichts hört. Am Ende gelang alles wunderbar, es waren zwei wunderbare Konzerte (27.11. bei uns und 29.11. in St. Theresia), die die Zuhörer mit Stücken wie Weihnachtszauber, Halleluja und Adeste fideles in eine fröhliche adventliche Stimmung brachten.
Wir haben im Jahr 2015 10 Gottesdienste mitgestaltet, die im Folgenden näher erläutert werden:
Am 18.1. sangen wir im Ökumenischen Gottesdienst zusammen mit dem Jubilatechor Teile aus der Messe G-Dur von Schubert und den Cantique de Jacques Racine von Fauré.
Am 1.2. sangen wir Lobe den Herrn, meine Seele und Halleluja, Jesus ist kommen und Verleih uns Frieden.
In der Karwoche pflegten wir noch einmal Gemeinsamkeit: Wir halfen den Aeschern am Gründonnerstag, 2.4. bei einer Wiederholung von CANTARS-Teilen, sie kamen zahlreich am Karfreitag, 3.4. zu uns.
Am Ostersonntag, 5.4. führten wir die Spaurmesse von W.A.Mozart auf, zusammen mit unseren bewährten Solisten Ilse Zeuner, Åsa Dornbusch, Piotr Hoeder und Markus Haas.
Am Pfingstsonntag (24.5.) wiederholten wir das Programm von Ostern.
Dass einmal im Jahr die Schola im Gottesdienst singt, ist fest im Jahresplan. Dieses Jahr sangen wir am 23.8. die Missa de Angelis. Da das Volk diese Messe sehr gut kennt, konnten die Leute gut mitsingen.
Zu einer guten Tradition scheint sich die Mitwirkung von Bläsern aus Allschwil zu entwickeln, diese Mal wurden Alexandra und Reto nicht von ihren Töchtern, sondern von Hartwig Castelberg begleitet. Beim Eidgenössischen Dank-Buss- und Bettag erklang am 20.9. eine Uraufführung: Die Missa tertia von Bardos in einer Fassung von Rolf Herter für Chor, Orgel, 2 Trompeten und Tuba.
Für den Manglaralto-Sonntag hatte Frau Imhof uns wieder eingeladen zu singen, und gerne kamen wir ihrer Bitte nach.
Am 25.10. sangen wir mit Åsa Dornbusch die Choralmesse von Bruckner in der Fassung für Solo, Chor, Streicher und Orgel, sowie das Alta Trinita.
Am 22. 11. gestalteten wir zum Cäcilienfest einen Taizé-Gottesdienst, der allerdings in sehr „familiärem“ Rahmen stattfand, da nicht bekannt war, dass ein Samstagabendgottesdienst stattfinden würde.
In Gemeinsamkeit, gemeinsam einen Klang zu produzieren braucht gute Stimmen. So waren wir froh, dass Frau Dornbusch wieder mit uns einige Male Stimmbildung machte.
Der 25.12. war als Projekt nicht normal („Nicht normal“ war das Thema von Daniel Fischlers Weihnachtspredigt.) Da wir – auch dank vieler Gastsänger – sehr weit waren, liessen wir die Probe vom 22.12. ausfallen. Am 23.12. waren wir um 21.00 fertig. Obwohl ich sehr Angst hatte, dass im letzten Moment noch eine Unkonzentriertheit erscheint, war die Chiemseemesse vom jungen Haydn, Michael Haydn, ein grosser Erfolg.
Auch in den Proben zeigt sich die Gemeinsamkeit: Wir hatten 7 Proben mit anderen Ensembles, dazu 38 normale, 5 Scholaproben, 2 Orchesterproben und 1 Weekend.
Jahr der Gemeinsamkeit:
Neue Leute in der Pfarrei, Konzerte mit Aesch und Allschwil. Aber eine der wichtigen Orte, wo wir gemeinsam denken und handeln ist der Vorstand! Was wäre ich ohne sie? Wir sind ein gutes, jetzt hätte ich fast Team gesagt, was ist das deutsche Wort? Mannschaft kann ich ja bei 6 starken Frauen nicht sagen, sagen wir: Menschschaft.
Danke euch für alle Mühe und alle Arbeit, für eure Unterstützung.
Diese Gemeinschaft drückt auch einer der Originalverse des bekanntesten Weihnachtsliedes aus, der nie gesungen wird:
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Jahresbericht über das vergangene Vereinsjahr 2015
Liebe Sängerinnen und Sänger,
bei meinem ersten Jahresbericht erzählte ich, dass ich nie gerne Aufsätze schrieb. Das ist bis heute so. Ein Jahresbericht hat so etwas aufsatzmässiges an sich und so schiebe ich diesen so lange wie möglich vor mich hin. Aber wie ihr seht, ist er fristgerecht geboren!
Rückblickend war das Jahr 2015 wieder recht befrachtet. Angefangen hat es mit intensiven Proben für Cantars. Dass wir mit dem Kirchenchor Aesch zusammen singen konnten, war ein schönes Erlebnis. Das Konzert in der Clarakirche war eindrücklich, die Dirigierstunde danach mit Raphael Immoos sehr unterhaltsam.
In der Karwoche haben sich die beiden Chöre gegenseitig unterstützt, wir am Hohen Donnerstag in Aesch, am Karfreitag kamen die Aescher zu uns. Wenn zwei Chöre so freundschaftlich zusammenspannen, kann ja nur Gutes herauskommen. Ich wünsche mir, dass das wieder einmal der Fall sein wird.
In den wöchentlichen Proben waren wir recht fleissig. Jedenfalls war Rolf so zufrieden mit uns, dass die Probe zweimal ausfallen konnte! Das erste mal vor dem Schlussabend. Nun, da lohnt es sich ja nicht, noch Neues anzufangen, und zudem war Rolf in jener Woche verhindert. Das zweite mal am Dienstag vor Weihnachten. Das ist eher erstaunlich, doch alle konnten die Chiemsee-Messe fast auswendig. Dass an den Festtagen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten unsere treuen Gastsänger mit uns singen, freut mich jedes Mal.
Ein besonderer Event war das Adventskonzert mit den Musikvereinen Allschwil und Schönenbuch. Die Angst, dass die Bläser uns übertönen, war unberechtigt, sie haben sich grosse Mühe gegeben, leise zu spielen und das ist nicht einfach.
Unser Chorleben spielt sich nicht nur musikalisch ab. Beim monatlichen Hock, bei gemeinsamen Nachtessen, beim Ausflug pflegen wir die Geselligkeit. Der letztjährige Schlussabend wurde von drei Jubilaren organisiert, nämlich von Rolf, Walter und Alain. Erst wurde draussen ein reichhaltiger Apéro aufgetischt, dann gab es im Pfarreiheim Gschwellti und Käse, dazu Salat. Eine Superidee! Zum Singweekend gehörte auch traditionell das gemeinsame Nachtessen am Samstag. Diesmal wieder im Altersheim Hofmatt, wo wir bestens bedient wurden. An der Cäcilienfeier lieferte uns der bewährte Party-Service vom Muster einen feinen Gourmettopf (Pouletgeschnetzeltes an Safran-Champignon-Rahmsauce) mit Reis und Gemüse, und zum Dessert gab’s gute Gasparini-Glacé. Da haben alle geschlemmt!
Am Sommerplausch besuchten wir das Bakelit-Museum hier in Münchenstein, organisiert von Beatrice. Was es da alles zu sehen gab! Und immer wieder hörte man: das hatten wir auch, das ist mir bekannt, ja das habe ich auch noch gebraucht! Zum Nachtessen fuhren wir dann nach Dornach und liessen uns dann gemütlich im Garten des Restaurants Pergola nieder. Doch die Gemütlichkeit, sprich unsere Geduld wurde arg strapaziert, mussten wir doch lange auf die Bedienung warten. Aber wenigstens war die Pizza gut!
Der eintägige Chorausflug hat in bewährter Weise Rolf organisiert. Er führte uns dem Oberrhein entlang nach Waldshut, wo es erst einmal einen Kaffeehalt gab, mit Gipfeli natürlich. Gemütlich sind wir dann durchs Städtchen geschlendert, haben „glädelet“ und schliesslich im Gasthaus Lamm das Mittagessen eingenommen. Bald darauf fuhren wir nach Bad Säckingen zurück. Und was gibt es dort Interessantes? Natürlich das Trompetenmuseum. Bei einer spannenden Führung hörten wir die Entwicklungsgeschichte dieses Instrumentes und staunten über die Vielfalt dieser Sammlung. Die Heimkehr gestaltete sich aber eher schwierig, hatte der Zug doch 80 Minuten Verspätung. Gut gibt es Taxidienste nach Rheinfelden! So kamen wir zwar etwas später als vorgesehen, aber doch zur christlichen Zeit nach Hause.
Der Klavierabend von Rolf mit Werken von Frédéric Chopin und Abschnitten aus dem Buch von George Sand, gelesen von Harry Kühn, führte uns in den Winter von Mallorca.
Wieder kann ich Erfreuliches vom Mitgliederstand berichten. Der Sopran hat sich erneut verstärkt. Saskia hat sich entschlossen, nach drei Jahren Abwesenheit erneut mitzusingen. Und Nelly ist der Meinung, dass es eigentlich schön sei, wenn sie ihren Walti am Dienstag zur Probe begleite. Somit ist der Sopran seit den Sommerferien auf 8 Sängerinnen angewachsen. Es wäre eindrücklich, wenn ich vom Tenor das Gleiche berichten könnte – dieser bleibt mitgliedermässig ein Sorgenkind. Zum Glück haben wir dort gute Sänger. Es soll sich aber niemand benachteiligt fühlen, ihr seid alle gute Sängerinnen und Sänger und ich danke euch allen für euer Engagement.
Zum Schluss möchte ich unserem Dirigenten Rolf danken. Er bringt es fertig, dass wir auch bei schwierigen Stücken wie zum Beispiel das Halleluja von Cohen einigermassen mithalten können! Danken möchte ich meinen Vorstandskolleginnen und –kollege. Sie betreuen ihre Ressorts so selbstverständlich und gewissenhaft, dass ich nicht mehr viel tun muss. Danken möchte ich auch Marie-Anne, dass sie für Tanja eingesprungen ist und sich um die Noten kümmert. Ein grosser Dank geht an den Kirchgemeinderat für die finanzielle Unterstützung. Was wäre Ostern oder Weihnachten ohne festliche Orchestermusik. Aber eben, das kostet Geld! Und ein letzter herzlicher Dank geht an Inge Kümin und Walo Keist. Sie sind immer bereit, uns zu helfen und zu unterstützen.
Ich wünsche allen auch im neuen Vereinsjahr ein frohes Singen – miteinander – füreinander- für Andere – zur Ehre Gottes.
Münchenstein, 15. Januar 2016
